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Lieblingspflanze: Das himmelblaue Gedenkemein

Das Gedenkemein hat seinen großen Auftritt im Frühling (April – Mai), wenn es als grüner Teppich übersät ist mit zarten himmelblauen Blüten. Nach der Blüte bis zum späten Herbst ist es ein beständiger grüner Bodendecker, der nicht mehr groß auffällt; vielleicht daher der Name „Gedenkemein“?

Es freut sich über einen nährstoffreichen, halbschattigen Platz. Dort breitet es sich zuverlässig durch Ausläufer aus, ohne allerdings lästig zu werden. Wird es zu großflächig, kann es leicht eingedämmt werden: Mit dem Spaten einen Teil abstechen und an anderer Stelle im Garten wieder einpflanzen. Wie wäre es zum Beispiel mit einem blauen Band aus Gedenkemein und Traubenhyazinthe? Auch die Bienen und Hummeln werden Gefallen daran finden.

Besonders gut funktioniert das Teilen im Frühling und im Herbst. Als mehrjährige, frostfeste Staude erfreut es uns dann jedes Jahr aufs Neue, ohne dass mehr Pflege nötig ist.

Gut zur Geltung kommt es als Randbepflanzung in Staudenbeeten oder unter Gehölzen, wie z.B. Felsenbirne oder Zierapfel, die zur selben Zeit blühen.

Wissenschaftlich heißt die in Europa heimische Pflanze übrigens Frühlings-Nabelnüsschen (Omphalodes verna) auf Grund ihrer napfartig ausgehöhlten Früchte. Verwandt ist es mit dem – wer hätte das gedacht – Vergissmeinnicht 🙂

Schöne Frühlings-Grüße
Martina

Das perfekte Blumenbeet anlegen – Teil 1

Natur-Gartendesign Martina Romstötter

„Braucht man denn Blumen im Garten?“ fragte mich neulich eine Workshop-Teilnehmerin. Völlig perplex, war ich zunächst sprachlos, denn für mich sind Blumen das A und O eines Gartens und ich bin nie auf die Idee gekommen, diese wegzulassen.

Allerdings kann und sollte beim Thema Blumenbeet durchaus etwas weiter gedacht werden, als nur bis zum schönsten Teil der Blume – die Blüte.

Merkmale der Pflanzen

Keine Frage, ein üppig blühendes Staudenbeet erfreut wohl jeden. Doch was tun wenn die Blühzeit vorbei ist oder Dauerregen die Blüten sehr traurig aussehen lässt?
Genau hier kommen weitere Merkmale der Pflanzen ins Spiel, die Du geschickt nutzen und kombinieren kannst:

  • Blüh-Zeitpunkt
  • Blütenfarbe
  • Blütenformen: kerzenförmig, kugelig, …
  • Blattformen: großflächig, filigran,…
  • Wuchsform der ganzen Pflanze
  • bunte Rinde: wie z.B. Hartriegel
  • buntes Herbstlaub
  • Blattschmuck im Winter: wie z.B. immergrüner Efeu oder kupferrotes Laub der Buche
  • Beerenschmuck in Herbst/ Winter: z.B Hagebutte
  • Nutzbarkeit der Pflanzen (Kräuter, Gemüse, Beerenobst)

Eine gelungene Kombination aus all diesen Aspekten ermöglicht ein abwechslungsreiches und über das gesamte Jahr schön anzuschauendes Blumenbeet.

Blüh-Zeitpunkt

Es blüht und blüht und blüht – von Frühling bis Herbst. Das ist der Traum jeden Gärtners. Das Blüten-Jahr beginnt mit den Frühblühern, wie Schneeglöckchen, Winterling und Krokus, die erste bunte Farbtupfer bringen. Sie erfreuen das wintermüde Auge und bieten Bienen, das erste Futter. Am besten steckst Du diese Zwiebelpflanzen im Herbst, damit sie im Frühjahr blühen.

Im Laufe des Sommers entwickeln sich die Sommer- und später die Herbstblüher. Das Laub dieser Pflanzen wird üppiger und verdeckt die inzwischen unansehnlichen Reste der Frühblüher. Diese solltest Du nämlich erst zurückschneiden, wenn das Grün vertrocknet ist und die Zwiebeln sich für die nächste Saison stärken konnten.
Bei der Planung der Pflanzanordnung solltest Du zu jeder Pflanze Größe und Blühzeit kennen, nur so kann gut kombiniert werden.

Blütenfarbe

Ein Blumenbeet kann rein weiß sein, so dass die Blumen im Dämmerlicht des Sommerabends leuchten oder eine schattige Ecke aufhellen; fröhlich gelb, um die Stimmung zu heben; in Blautönen gehalten oder rosa–pastellig sein. Oder Du überlässt es dem Zufall und freust Dich an den überraschenden Farbkombis. Bei der Farbe gilt für mich besonders – erlaubt ist, was gefällt. In der Natur habe ich es noch nicht erlebt, dass Farben nicht zusammenpassen (Bestes Beispiel ist das Pfaffenhütchen in orange und pink). Doch zu viele verschiedene Sorten sollten vermieden werden, sonst kann das Blumenbeet überladen und unruhig wirken. Lieber wird die gleiche Pflanze öfter wiederholt.

Blüten- und Blattformen

Gut kombiniert ergänzen sich verschiedene Blatt- und Blütenformen.
Zum Beispiel passen kerzenförmige neben kugelige Blüten oder viele, kleine Blüten neben großen Blüten. Gegensätze wirken hier ausgleichend

Blattformen spielen besonders dann eine Rolle, wenn der große Blütenrausch vorbei ist. Groß neben klein, schmal neben breit, gezackt neben glatt. Dadurch kommen die unterschiedlichen Blattformen schön zur Geltung.

Zum Beispiel blüht die Bergenie im Frühling rosa und trumpft dann mit großen Blättern, die sogar im Winter teilweise grün bleiben. Sie bilden eine schöne Randbepflanzung, verdecken verblühte Narzissen, sind ein schöner Bodendecker und harmonisieren wunderbar mit z.B. schmalen, spitzen oder fedrigen Blättern. Sie bringen Ruhe ins Beet.

Buntes

Noch mehr Buntes bietet uns die Natur durch Blatt- und Beerenschmuck. Gerade dort, wo wir oft aus dem Fenster schauen, sollten wir das nutzten, und uns triste Herbsttage etwas verschönern.
Im kahlen Winter sind bunte Rinde (z.B. Hartriegel) und Blattschmuck (wie z.B. immergrüner Efeu oder kupferrotes Laub der Buche) farbige Hingucker.
Ich empfehle auch unbedingt Verblühtes über den Winter stehen zu lassen. So bleibt die Höhenstruktur im Beet erhalten und sieht durch Frost und Schnee wunderschön aus. Außerdem finden unsere Insekten dort Unterschlupf und Vögel Futter. Ich bin immer wieder hin und weg, wenn Distelfinken meine Karden besuchen.
Außerdem: Wer hat im nassen November noch Lust auf Gartenarbeit? Ich nicht 😉

Zierapfel und Herbstaster

Wuchsform und gestaffelte Höhe

Für den Gesamteindruck des Beetes sollte auch die Wuchsform der Pflanzen beachtet werden.
Mit Sicherheit wirkt ein Beet langweilig, in dem alle Pflanzen ungefähr gleich hoch wachsen. Wachsen die Blumen jedoch in der Höhe gestaffelt, kommen alle gut zur Geltung und das Beet bietet ein harmonisches Bild.
Die Großen, Auffälligen im Beet nennt man Leitpflanzen. Leitpflanzen sind kleine Sträucher, wie z.B. Rosen oder große Prachtstauden wie z.B. Astern, hohe Gräser oder Köniskerze. Sie bilden als höchste Staude den Blickfang im Beet. Damit sie keiner anderen Pflanze die Schau stehlen, sollten sie in den Hintergrund gepflanzt werden.
Um die Leitpflanze drumrum werden die Begleitpflanzen gesetzt. Begleitpflanzen sind mittelhohe bis niedrige Stauden wie z.B. Fetthenne, niedrige Gräser, Margerite oder Schwertlilie.
Wie der Name schon sagt füllen die Füllpflanzen die verbleibenden Zwischenräume im Blumenbeet auf. Das sind niedrige oder bodendeckende Stauden, die hauptsächlich im Beetvordergrund gepflanzt werden. Geeignet sind dafür z.B. Bergenie, Frauenmantel, Storchschnabel oder Teppich-Fetthenne.

Nutzbarkeit der Pflanzen

Kräuter, Gemüse, Beerensträucher – gerade in kleinen Gärten macht es durchaus Sinn sich diese Pflanzen ins Blumenbeet zu holen. Oregano, Thymian und Salbei sind bei mir ein fester Bestandteil einiger Blumenbeete. Erstens habe ich dann immer genug Kräuter zum Ernten und zweitens bereichern sie das Beet mit ihren zahlreichen Blüten.
Einer meiner Lieblings-Bodendecker ist übrigens die Walderdbeere.
Wer nicht zu viele Schnecken im Garten hat, wird mit Gemüse im Blumenbeet durchaus Erfolg haben. Mangold, Salat oder Stangenbohnen passen gut zwischen „normale“ Blumen.

Und genau das war die Lösung die meine Workshop-Teilnehmerin suchte. Sie hatte so wenig Platz im Garten, dass sie diesen eher für Gemüse und Beerensträucher, als für Blumen verwenden wollte.

Blatt- und Blütenformen – buntes Laub, Beeren, Rinde und Blüten – bei so viel Auswahl wird es sicher nicht langweilig im Blumenbeet. Ich tendiere inzwischen zum fröhlichen Farbenmix aus allem in meinem Garten.
Und was ist Deine Lieblingskombination?

Im 2. Teil geht es dann weiter mit Pflanzbeispielen und Tipps für pflegeleichte Staudenbeete.

Alles Liebe und viel Spaß im Garten
Martina

Phänologischer Kalender – Vorfrühling

Weiße Schneeglöckchen, gelbe Winterlinge, pinke Alpenveilchen – die ersten Zeichen des Frühlings. Jedes Jahr wieder stehe ich schockverliebt davor und freu mich daran 🙂

Alpenveilchen und Schneeglöckchen

Seit ich einen Garten habe und ich dem Gärtnern verfallen bin, sind die Winter plötzlich länger geworden. Sichten von sommerlichen Gartenfotos und schwelgen in neuen Gartenplänen verschlimmern das Leid nur. Wann wird es endlich Frühling? Wann darf ich wieder in der Erde graben? Wann zwitschern die Vögel wieder? Hach!
Tägliches Wandern durch den Garten und Aufsuchen der gemerkten Stellen, an denen wohl die ersten Blüten sich zeigen werden, helfen nur bedingt. Naschen von Feldsalat-Blättchen tröstet.
Doch da – gestern war da doch sicher noch nichts – ein Schneeglöckchen. Endlich! Es ist geschafft!
Der Frühling ist da! Auch die Amsel findet es ist Zeit und beginnt frühmorgens mit ihrem Gesang den Tag.

Mit der Blüte des Schneeglöckchen, der Hasel, der Kornelkirsche und der Salweide beginnt im Phänologischen Kalender der Vorfrühling.
Phänologischer Kalender? Was war das nochmal?

Phänologischer Kalender – einfach Gärtnern im Rhythmus der Natur.

Der Phänologische Kalender hat nicht nur 4 sondern 10 Jahreszeiten. Bestimmte Entwicklungsstadien von Leitpflanzen zeigen den Beginn dieser Jahreszeiten an.

Zum Beispiel beginnt der Vorfrühling mit der Blüte des Schneeglöckchens.

Besonders leicht kann es sich der Gärtner machen, wenn er seine Arbeiten nach diesem Kalender richtet. Denn Angaben wie „Saatzeitpunkt: Februar bis März“ sind höchst ungenau. Liegt im Februar noch Schnee ist klar, dass die Karotten nicht gesät werden können, aber ist es dieses Jahr im März schon warm genug dafür?
Weiß man jedoch, dass frühe Karotten gesät werden können, wenn die Forsythie beginnt zu blühen, hat man einen genauen Anhaltspunkt.

Genau. Und hier bei mir ist jetzt Vorfrühling. Denn nicht nur eines, sondern viele Schneeglöckchen, haben ihre Köpfchen aus der Erde gesteckt. Ihnen machen Schnee und Kälte, die immer noch auftauchen können, scheinbar nichts aus. Sobald es einigermaßen warm ist und die Sonne scheint, legen sie los mit wachsen. Passt das Wetter nicht, legen sie eine Pause ein. Klingt ziemlich vernünftig 😉

Was bringt mir das jetzt, wenn ich weiß, dass Vorfrühling ist?
Du darfst jetzt als Gärtner die Handbremse etwas lösen und z.B. anfangen mit:

  • Aussaat im Haus von Tomate, Paprika, Sellerie, Chili und Auberginen
  • Obstbäume und Weinreben schneiden
  • Allerdings solltest Du mit dem Bearbeiten von Gemüsebeeten erst anfangen, wenn keine Erde mehr an den Schuhen kleben bleibt.

Beim Obstbaumschnitt richte ich mich auch nach dem Mondkalender und warte möglichst so weit, dass die schweren Nachtfröste vorbei sind. Man muss es dem Baum ja nicht schwerer als unbedingt nötig machen.

Leberblümchen

Und jetzt? Raus in den Garten und genießen. Schön ist es ja schon, dass das Gartenjahr langsam beginnt. Hier ein bisschen und dort ein bisschen und da – oh schau da sind neue Blütenblätter, was das wohl wird? Zum Glück vergesse ich zuverlässig, welche Schätze im Frühjahr wo blühen und kann mich jedes Jahr aufs Neue überraschen lassen 🙂

Andere Jahreszeiten des Phänologischen Kalenders:

Alles Liebe und viel Spaß beim Frühling-Genießen
Martina

Schwimmteich selber bauen

Ein Schwimmteich im eigenen Garten war viele, viele Jahre ein großer Traum von mir. Letztes Jahr ist er in Erfüllung gegangen.

Mit viel Herzblut und Schweiß haben wir ihn selbst geplant, gebaut und vor allem gegraben.

Planung

Sobald die Entscheidung für einen Schwimmteich gefallen war, habe ich zu Stift und Papier gegriffen und geplant, wo in unserem Garten der Teich denn eigentlich Platz finden könnte. 250 m² Garten, der eh schon voll ist.
Mein Sohn war nicht so zimperlich – er griff gleich zur Schaufel und fing an zu graben (dort kam der Teich zwar nicht hin, aber egal 🙂 ).

Alle Familienmitglieder waren sich einig: Wir wollen alles selbst machen, einschließlich der Grabarbeit.

Wir entschieden uns für einen Folienteich mit einem Schwimmbereich, der durch einen Holzrahmen vom Pflanzbereich getrennt ist.

Schwimmbereich umgeben von Pflanzbereich

Naturteich

Für mich war klar, dass nur ein Naturteich in Frage kommt, in dem sich das Wasser auf natürliche Weise, ganz ohne Filter und nur durch Pflanzen reinigt.
In jeder Literatur war zu finden, dass der Teich dafür mindestens 60 m² benötigt (haben wir nicht!) und der Pflanzbereich (Regenerationsbereich) mindestens 50% der gesamten Wasserfläche ausmachen soll (machbar!).

Der Teich sollte nicht den ganzen Tag in der Sonne liegen, damit sich das Wasser nicht zu sehr aufheizt (Bei uns ist der Teich im Hochsommer bis zum späten Vormittag im Schatten.).

Fische tragen viele Nährstoffe ein, deshalb kommen sie für uns nicht in Frage.

Da für mich der Naturteich wichtiger ist als die Möglichkeit zu schwimmen, setzten wir das auch so um (Filter kann man immer noch einbauen und sonst gibt es eben Badeverbot).

Nach einem sehr heißen ersten Sommer ist klar: Die Entscheidung für einen kleinen Naturteich war genau richtig. Das Wasser ist glasklar und die Kinder waren wochenlang täglich im Wasser.

Spatenstich

Juhuu, es geht los. Die Humusschicht ist noch recht einfach wegzuschaufeln und der Erdhügel wächst recht schnell. Doch dann kommen die Steine – viele Steine.

Der Pickel muss her und die Muskeln wachsen 😉

Aushub

Wir haben uns keinen Zeitplan gesetzt. Immer dann, wenn wir Lust haben wird am Teich gearbeitet. Mal nur eine viertel Stunde am Tag, mal ein halber Tag. Die Grube wird tiefer und die Hügel im Garten größer. Wir trennen nach Oberboden, Magerboden und Steinen und auch die Steine in Größere und Kleinere. Die Steine brauchen wir später zur Gestaltung des Teichs und seiner Umgebung. Hinter dem Teich entsteht aus dem mageren Aushub ein Hügel mit Trockenmauer. Hier sollen heimische Pflanzen wachsen, die es mager und sonnig lieben.

Hügel mit Trockenmauer

Im Sommer ist dank Urlaub und Hitze zwei Monate lang nichts vorangegangen. Das war eine harte Zeit für mich als Garten-Liebhaberin. Nichts als Schotterhügel und Grube im Garten. Doch die Aussicht, meinen eigenen Teich noch dieses Jahr zu bekommen, entschädigt Vieles.

Fertigstellung

Für den Herbst bestelle ich Folie und Vlies. Das Holz für den Schwimmbereich ist gekauft. Der Tag der Fertigstellung ist festgelegt und kräftige Freunde sind „eingeladen“.
Mitte Oktober ist es bereits. Die Grube ist nach Plan ausgehoben. Es wird spannend! Klappt alles so, wie gedacht?

Sogar die Teichpflanzen stehen schon bereit. Im Baumarkt gab es Abverkauf. Ich hatte ein wenig Sorge, dass es schon zu spät im Jahr ist zu pflanzen, doch das wollte ich riskieren.

Zunächst verlegen wir das Vlies überlappend in Bahnen:

Darauf kommt die Teichfolie. Hier sind wirklich viele Hände nötig, denn so eine Folie ist zwar schlank, aber schwer.
Unsere Regenwasser-Zisterne haben wir als Insel eingeplant. Hier schneiden wir ein rundes Loch in die Folie.

Den Boden des Schwimmbereichs legen wir zum Schutz der Folie mit einer Lage Vlies aus. Darauf kommen Waschbeton-Platten.

Auf diesen Boden setzen wir den Holzrahmen. Wir verwenden Lärchenholz (6x6cm). Da es immer unter Wasser ist, soll es ewig halten. (In Venedig klappt das auch seit Jahrhunderten. Das riskieren wir auch.)
Lage für Lage wird der Rahmen nun höher gebaut. Da der Pflanzbereich nicht zu steil abfallen darf (ideal ist eine Neigung nicht steiler als 1:3), verfüllen wir den Bereich neben dem Holzrahmen wieder. Dazu klappen wir mehrmals die Folie und das Vlies nach innen und wieder nach außen.

Der Schwimmbereich ist fertig – das Meiste ist geschafft!
Jetzt heißt es „Wasser marsch!“.

Es ist ein tolles Gefühl zuzusehen, wie das Wasser steigt. Nach und nach füllen wir den Teich mit Regenwasser auf. Unsere Zisterne fasst sehr viel Wasser und der Regen hilft auch mit. Aus Nachbars Teich bekommen wir zwei Eimer Impf-Wasser, indem sich bereits viel Kleinstleben tummelt. Unsichtbar, jedoch sehr hilfreich, kommt so unser Teich sicherer in Schwung.

Pflanzen

Nach und nach stellen wir den Pflanzbereich fertig. Hier verlegen wir den gesamten Boden mit den Steinen aus dem Aushub. Unter wenige Trittsteine verlegen wir nochmals Vlies als Schutz für die Folie.

Bei den Pflanzen wasche ich die Erde von den Wurzeln so gut es geht ab, um möglichst wenig Nährstoffe in den Teich einzubringen. Beschwert mit größeren Steinen, setze ich diese mit etwas magerem Aushub direkt auf die Folie.

Bei der Auswahl der Pflanzen habe ich auf heimische Arten und solche mit hoher Reinigungskraft geachtet, wie z.B. die Unterwasserpflanze Tausendblatt.

Im hinteren Bereich befindet sich eine Sumpfzone, in der sich Sumpfdotterblume, Kuckucksblume und Blutweiderich wohlfühlen.

Leben im Teich

„Nur die Harten kommen in den Garten“ bzw. nur die Harten springen auch noch jetzt im Oktober in den neuen Teich – also ich nicht 😉 – ich sitze lieber in der Sonne und genieße den Anblick.

Mit den ersten warmen Tagen im neuen Frühling kommen die ersten Tiere an den Teich. Eine Schlupfwespe legt ihre Eier ab. Plötzlich sind im Wasser vereinzelt Taumelkäfer und Rückenschwimmer zu sehen. Sie werden täglich größer und zahlreicher.

Die Wasserpflanzen wachsen und gedeihen. Vor allem die Unterwasserpflanzen sind sogar im Winter gewachsen.
Libellen sausen durch die Luft, paaren sich und legen Eier ab.

Plötzlich ist eine Kröte da und sonnt sich auf einem Stein. Sie wohnt tagsüber im nahen Gebüsch und kommt abends in der Dämmerung zum Schwimmen in den Teich.
Und quakt es da nicht? Ein Teichfrosch, grasgrün-schwarz gemustert, ist eingezogen. Immer wieder quakt er vor sich hin. Doch keine Froschdame will sich zeigen. Frustiert zieht er nach ein paar Wochen wieder aus.

Fazit

Obwohl zu Beginn ein wenig trüb, erschien uns das Wasser immer sauber. Als im Mai sommerliche Temperaturen herrschten, wurde das Wasser glasklar. Es blieb auch den gesamten sehr heißen, trockenen, badeintensiven Sommer über so. Jetzt, Ende August, traten vereinzelt Fadenalgen auf, die wir abfischten.

Auf ein Laubfang-Netz wollen wir verzichten und das wenige Laub lieber abfischen. (Das ist sehr meditativ, findet mein Mann.) Es wird sich zeigen, ob es funktioniert.

Nach fast einem Jahr Schwimmteich können wir sagen: Es hat sich auf alle Fälle gelohnt!

Wir genießen den Teich beim

  • baden (vor allem die Kinder)
  • beim Tiere beobachten
  • beim einfach so ins Wasser schauen
  • Füße ins Wasser baumeln lassen und Kneippen
  • beim auf der Terrasse am Wasser sitzen

„Sanfte Ruhe löst die Wasserfläche des Teichs in mir aus. Für mich ist der Nutzen des Schwimmteichs bereits völlig erfüllt, wenn ich an ihm sitzen kann. Ob lange zum Seele-Baumel-Lassen oder zwischendurch für Minuten zum Gedanken sortieren. Dem Wasser und den Tieren zuzusehen entspannt mich tief. Dann und wann mal die Füße hinein baumeln lassen oder Kneippen. Untertauchen, ein wenig Planschen und sich dann in der Sonne am Steg trocknen lassen, ist ziemlich fein und ich fühle mich wie im Urlaub an einem „echten” See. Doch für mich nicht so wichtig.“
Mein Mann Jörg, der fleißigste Buddler 🙂

Daten Natur-Schwimmteich:
Größe Teich:  ca. 20 m²
Größe Schwimmbereich:  2 x 3 m
Teichfolie:  EPDM 1,14 mm
Schutzvlies:  1000g/m²
Pflanzen:  heimische Teichpflanzen (wie Tausendblatt, brennender Hahnenfuß, Sumpfdotterblume, Sumpf-Schwertlilie)
Genutzte Literatur:  Buch „Schwimmteiche“ von Wolfram Franke, Internetrecherche

Dieser Bericht enthält meine Erfahrung unter den genannten Bedingungen in unserem Garten. Er soll als Anregung und Aufmunterung und nicht als Empfehlung gelten. Jeder Boden, jedes Wasser, jedes Kleinklima im Garten ist anders und Bedarf der genauen Planung.

Nachtrag: Juni 2020, 3. Sommer mit Schwimmteich

Es ist immer noch fantastisch. Die Pflanzen wachsen, die Tiere und wir genießen den Teich, das Wasser ist mal etwas trüb und dann wieder glasklar.

Und mit einem kleinen Trick ist unser Teich jetzt auch ein richtiger Schwimmteich geworden 😉 Mit einem Gummiband zwischen Taille und Holzbalken kann man schwimmen und schwimmen und schwimmen…

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Liebe Grüße
Martina

Sitzplatz im Garten – Gestaltungsregeln

Bist Du gerne im Garten? Auch mal im Winter, wenn die Sonne rausblitzt? Nein?
Dann fehlt Dir vielleicht der richtige Sitzplatz.
Mein Lieblingsplatz in meinem Garten ist die Baumbank unterm Kirschbaum. Ich liebe es dort zu sitzen und mich an den rauen Stamm der Kirsche zu lehnen.
Im Winter scheint dort direkt die Mittagssonne hin, es ist wunderbar warm. Manchmal sitzen wir als Familie dort aufgereiht wie die Hühner auf der Stange, jeder hat seinen Brotzeit-Teller auf dem Schoß und das Gesicht der Sonne zugewandt. Read more