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Phänologischer Kalender – Vorfrühling

Weiße Schneeglöckchen, gelbe Winterlinge, pinke Alpenveilchen – die ersten Zeichen des Frühlings. Jedes Jahr wieder stehe ich schockverliebt davor und freu mich daran 🙂

Alpenveilchen und Schneeglöckchen

Seit ich einen Garten habe und ich dem Gärtnern verfallen bin, sind die Winter plötzlich länger geworden. Sichten von sommerlichen Gartenfotos und schwelgen in neuen Gartenplänen verschlimmern das Leid nur. Wann wird es endlich Frühling? Wann darf ich wieder in der Erde graben? Wann zwitschern die Vögel wieder? Hach!
Tägliches Wandern durch den Garten und Aufsuchen der gemerkten Stellen, an denen wohl die ersten Blüten sich zeigen werden, helfen nur bedingt. Naschen von Feldsalat-Blättchen tröstet.
Doch da – gestern war da doch sicher noch nichts – ein Schneeglöckchen. Endlich! Es ist geschafft!
Der Frühling ist da! Auch die Amsel findet es ist Zeit und beginnt frühmorgens mit ihrem Gesang den Tag.

Mit der Blüte des Schneeglöckchen, der Hasel, der Kornelkirsche und der Salweide beginnt im Phänologischen Kalender der Vorfrühling.
Phänologischer Kalender? Was war das nochmal?

Phänologischer Kalender – einfach Gärtnern im Rhythmus der Natur.

Der Phänologische Kalender hat nicht nur 4 sondern 10 Jahreszeiten. Bestimmte Entwicklungsstadien von Leitpflanzen zeigen den Beginn dieser Jahreszeiten an.

Zum Beispiel beginnt der Vorfrühling mit der Blüte des Schneeglöckchens.

Besonders leicht kann es sich der Gärtner machen, wenn er seine Arbeiten nach diesem Kalender richtet. Denn Angaben wie „Saatzeitpunkt: Februar bis März“ sind höchst ungenau. Liegt im Februar noch Schnee ist klar, dass die Karotten nicht gesät werden können, aber ist es dieses Jahr im März schon warm genug dafür?
Weiß man jedoch, dass frühe Karotten gesät werden können, wenn die Forsythie beginnt zu blühen, hat man einen genauen Anhaltspunkt.

Genau. Und hier bei mir ist jetzt Vorfrühling. Denn nicht nur eines, sondern viele Schneeglöckchen, haben ihre Köpfchen aus der Erde gesteckt. Ihnen machen Schnee und Kälte, die immer noch auftauchen können, scheinbar nichts aus. Sobald es einigermaßen warm ist und die Sonne scheint, legen sie los mit wachsen. Passt das Wetter nicht, legen sie eine Pause ein. Klingt ziemlich vernünftig 😉

Was bringt mir das jetzt, wenn ich weiß, dass Vorfrühling ist?
Du darfst jetzt als Gärtner die Handbremse etwas lösen und z.B. anfangen mit:

  • Aussaat im Haus von Tomate, Paprika, Sellerie, Chili und Auberginen
  • Obstbäume und Weinreben schneiden
  • Allerdings solltest Du mit dem Bearbeiten von Gemüsebeeten erst anfangen, wenn keine Erde mehr an den Schuhen kleben bleibt.

Beim Obstbaumschnitt richte ich mich auch nach dem Mondkalender und warte möglichst so weit, dass die schweren Nachtfröste vorbei sind. Man muss es dem Baum ja nicht schwerer als unbedingt nötig machen.

Leberblümchen

Und jetzt? Raus in den Garten und genießen. Schön ist es ja schon, dass das Gartenjahr langsam beginnt. Hier ein bisschen und dort ein bisschen und da – oh schau da sind neue Blütenblätter, was das wohl wird? Zum Glück vergesse ich zuverlässig, welche Schätze im Frühjahr wo blühen und kann mich jedes Jahr aufs Neue überraschen lassen 🙂

Andere Jahreszeiten des Phänologischen Kalenders:

Alles Liebe und viel Spaß beim Frühling-Genießen
Martina