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Schwimmteich selber bauen

Ein Schwimmteich im eigenen Garten war viele, viele Jahre ein großer Traum von mir. Letztes Jahr ist er in Erfüllung gegangen.

Mit viel Herzblut und Schweiß haben wir ihn selbst geplant, gebaut und vor allem gegraben.

Planung

Sobald die Entscheidung für einen Schwimmteich gefallen war, habe ich zu Stift und Papier gegriffen und geplant, wo in unserem Garten der Teich denn eigentlich Platz finden könnte. 250 m² Garten, der eh schon voll ist.
Mein Sohn war nicht so zimperlich – er griff gleich zur Schaufel und fing an zu graben (dort kam der Teich zwar nicht hin, aber egal 🙂 ).

Alle Familienmitglieder waren sich einig: Wir wollen alles selbst machen, einschließlich der Grabarbeit.

Wir entschieden uns für einen Folienteich mit einem Schwimmbereich, der durch einen Holzrahmen vom Pflanzbereich getrennt ist.

Schwimmbereich umgeben von Pflanzbereich

Naturteich

Für mich war klar, dass nur ein Naturteich in Frage kommt, in dem sich das Wasser auf natürliche Weise, ganz ohne Filter und nur durch Pflanzen reinigt.
In jeder Literatur war zu finden, dass der Teich dafür mindestens 60 m² benötigt (haben wir nicht!) und der Pflanzbereich (Regenerationsbereich) mindestens 50% der gesamten Wasserfläche ausmachen soll (machbar!).

Der Teich sollte nicht den ganzen Tag in der Sonne liegen, damit sich das Wasser nicht zu sehr aufheizt (Bei uns ist der Teich im Hochsommer bis zum späten Vormittag im Schatten.).

Fische tragen viele Nährstoffe ein, deshalb kommen sie für uns nicht in Frage.

Da für mich der Naturteich wichtiger ist als die Möglichkeit zu schwimmen, setzten wir das auch so um (Filter kann man immer noch einbauen und sonst gibt es eben Badeverbot).

Nach einem sehr heißen ersten Sommer ist klar: Die Entscheidung für einen kleinen Naturteich war genau richtig. Das Wasser ist glasklar und die Kinder waren wochenlang täglich im Wasser.

Spatenstich

Juhuu, es geht los. Die Humusschicht ist noch recht einfach wegzuschaufeln und der Erdhügel wächst recht schnell. Doch dann kommen die Steine – viele Steine.

Der Pickel muss her und die Muskeln wachsen 😉

Aushub

Wir haben uns keinen Zeitplan gesetzt. Immer dann, wenn wir Lust haben wird am Teich gearbeitet. Mal nur eine viertel Stunde am Tag, mal ein halber Tag. Die Grube wird tiefer und die Hügel im Garten größer. Wir trennen nach Oberboden, Magerboden und Steinen und auch die Steine in Größere und Kleinere. Die Steine brauchen wir später zur Gestaltung des Teichs und seiner Umgebung. Hinter dem Teich entsteht aus dem mageren Aushub ein Hügel mit Trockenmauer. Hier sollen heimische Pflanzen wachsen, die es mager und sonnig lieben.

Hügel mit Trockenmauer

Im Sommer ist dank Urlaub und Hitze zwei Monate lang nichts vorangegangen. Das war eine harte Zeit für mich als Garten-Liebhaberin. Nichts als Schotterhügel und Grube im Garten. Doch die Aussicht, meinen eigenen Teich noch dieses Jahr zu bekommen, entschädigt Vieles.

Fertigstellung

Für den Herbst bestelle ich Folie und Vlies. Das Holz für den Schwimmbereich ist gekauft. Der Tag der Fertigstellung ist festgelegt und kräftige Freunde sind „eingeladen“.
Mitte Oktober ist es bereits. Die Grube ist nach Plan ausgehoben. Es wird spannend! Klappt alles so, wie gedacht?

Sogar die Teichpflanzen stehen schon bereit. Im Baumarkt gab es Abverkauf. Ich hatte ein wenig Sorge, dass es schon zu spät im Jahr ist zu pflanzen, doch das wollte ich riskieren.

Zunächst verlegen wir das Vlies überlappend in Bahnen:

Darauf kommt die Teichfolie. Hier sind wirklich viele Hände nötig, denn so eine Folie ist zwar schlank, aber schwer.
Unsere Regenwasser-Zisterne haben wir als Insel eingeplant. Hier schneiden wir ein rundes Loch in die Folie.

Den Boden des Schwimmbereichs legen wir zum Schutz der Folie mit einer Lage Vlies aus. Darauf kommen Waschbeton-Platten.

Auf diesen Boden setzen wir den Holzrahmen. Wir verwenden Lärchenholz (6x6cm). Da es immer unter Wasser ist, soll es ewig halten. (In Venedig klappt das auch seit Jahrhunderten. Das riskieren wir auch.)
Lage für Lage wird der Rahmen nun höher gebaut. Da der Pflanzbereich nicht zu steil abfallen darf (ideal ist eine Neigung nicht steiler als 1:3), verfüllen wir den Bereich neben dem Holzrahmen wieder. Dazu klappen wir mehrmals die Folie und das Vlies nach innen und wieder nach außen.

Der Schwimmbereich ist fertig – das Meiste ist geschafft!
Jetzt heißt es „Wasser marsch!“.

Es ist ein tolles Gefühl zuzusehen, wie das Wasser steigt. Nach und nach füllen wir den Teich mit Regenwasser auf. Unsere Zisterne fasst sehr viel Wasser und der Regen hilft auch mit. Aus Nachbars Teich bekommen wir zwei Eimer Impf-Wasser, indem sich bereits viel Kleinstleben tummelt. Unsichtbar, jedoch sehr hilfreich, kommt so unser Teich sicherer in Schwung.

Pflanzen

Nach und nach stellen wir den Pflanzbereich fertig. Hier verlegen wir den gesamten Boden mit den Steinen aus dem Aushub. Unter wenige Trittsteine verlegen wir nochmals Vlies als Schutz für die Folie.

Bei den Pflanzen wasche ich die Erde von den Wurzeln so gut es geht ab, um möglichst wenig Nährstoffe in den Teich einzubringen. Beschwert mit größeren Steinen, setze ich diese mit etwas magerem Aushub direkt auf die Folie.

Bei der Auswahl der Pflanzen habe ich auf heimische Arten und solche mit hoher Reinigungskraft geachtet, wie z.B. die Unterwasserpflanze Tausendblatt.

Im hinteren Bereich befindet sich eine Sumpfzone, in der sich Sumpfdotterblume, Kuckucksblume und Blutweiderich wohlfühlen.

Leben im Teich

„Nur die Harten kommen in den Garten“ bzw. nur die Harten springen auch noch jetzt im Oktober in den neuen Teich – also ich nicht 😉 – ich sitze lieber in der Sonne und genieße den Anblick.

Mit den ersten warmen Tagen im neuen Frühling kommen die ersten Tiere an den Teich. Eine Schlupfwespe legt ihre Eier ab. Plötzlich sind im Wasser vereinzelt Taumelkäfer und Rückenschwimmer zu sehen. Sie werden täglich größer und zahlreicher.

Die Wasserpflanzen wachsen und gedeihen. Vor allem die Unterwasserpflanzen sind sogar im Winter gewachsen.
Libellen sausen durch die Luft, paaren sich und legen Eier ab.

Plötzlich ist eine Kröte da und sonnt sich auf einem Stein. Sie wohnt tagsüber im nahen Gebüsch und kommt abends in der Dämmerung zum Schwimmen in den Teich.
Und quakt es da nicht? Ein Teichfrosch, grasgrün-schwarz gemustert, ist eingezogen. Immer wieder quakt er vor sich hin. Doch keine Froschdame will sich zeigen. Frustiert zieht er nach ein paar Wochen wieder aus.

Fazit

Obwohl zu Beginn ein wenig trüb, erschien uns das Wasser immer sauber. Als im Mai sommerliche Temperaturen herrschten, wurde das Wasser glasklar. Es blieb auch den gesamten sehr heißen, trockenen, badeintensiven Sommer über so. Jetzt, Ende August, traten vereinzelt Fadenalgen auf, die wir abfischten.

Auf ein Laubfang-Netz wollen wir verzichten und das wenige Laub lieber abfischen. (Das ist sehr meditativ, findet mein Mann.) Es wird sich zeigen, ob es funktioniert.

Nach fast einem Jahr Schwimmteich können wir sagen: Es hat sich auf alle Fälle gelohnt!

Wir genießen den Teich beim

  • baden (vor allem die Kinder)
  • beim Tiere beobachten
  • beim einfach so ins Wasser schauen
  • Füße ins Wasser baumeln lassen und Kneippen
  • beim auf der Terrasse am Wasser sitzen

„Sanfte Ruhe löst die Wasserfläche des Teichs in mir aus. Für mich ist der Nutzen des Schwimmteichs bereits völlig erfüllt, wenn ich an ihm sitzen kann. Ob lange zum Seele-Baumel-Lassen oder zwischendurch für Minuten zum Gedanken sortieren. Dem Wasser und den Tieren zuzusehen entspannt mich tief. Dann und wann mal die Füße hinein baumeln lassen oder Kneippen. Untertauchen, ein wenig Planschen und sich dann in der Sonne am Steg trocknen lassen, ist ziemlich fein und ich fühle mich wie im Urlaub an einem „echten” See. Doch für mich nicht so wichtig.“
Mein Mann Jörg, der fleißigste Buddler 🙂

Daten Natur-Schwimmteich:
Größe Teich:  ca. 20 m²
Größe Schwimmbereich:  2 x 3 m
Teichfolie:  EPDM 1,14 mm
Schutzvlies:  1000g/m²
Pflanzen:  heimische Teichpflanzen (wie Tausendblatt, brennender Hahnenfuß, Sumpfdotterblume, Sumpf-Schwertlilie)
Genutzte Literatur:  Buch „Schwimmteiche“ von Wolfram Franke, Internetrecherche

Dieser Bericht enthält meine Erfahrung unter den genannten Bedingungen in unserem Garten. Er soll als Anregung und Aufmunterung und nicht als Empfehlung gelten. Jeder Boden, jedes Wasser, jedes Kleinklima im Garten ist anders und Bedarf der genauen Planung.

Nachtrag: Juni 2020, 3. Sommer mit Schwimmteich

Es ist immer noch fantastisch. Die Pflanzen wachsen, die Tiere und wir genießen den Teich, das Wasser ist mal etwas trüb und dann wieder glasklar.

Und mit einem kleinen Trick ist unser Teich jetzt auch ein richtiger Schwimmteich geworden 😉 Mit einem Gummiband zwischen Taille und Holzbalken kann man schwimmen und schwimmen und schwimmen…

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Liebe Grüße
Martina

25 Antworten zu “Schwimmteich selber bauen”

  1. Papathanassiou sagt:

    Hallo,

    der Teich ist Ihnen wirklich gelungen und das in Eigenenergie- Respekt!

    Mit welchen Kosten muss man denn umgefähr rechnen, wenn man so einen Teich anlegen möchte. Würden Sie heute was anders machen, oder Sind sie so zufrieden?

    Mit freundlichen Grüßen

  2. Klaus Wiedmann sagt:

    Hallo,

    das sieht ja echt toll aus und macht mir Mut das in unserem Garten ebenfalls umzusetzen.
    Funktioniert das ganz komplett ohne Pumpe? Was passiert mit dem Sediment im Schwimmbereich?
    Wie tief habt Ihr den Teich gemacht?
    liebe Grüße
    Klaus

    • Hallo Klaus,
      Dankeschön! Wir haben keine Pumpe, fischen jedoch Laub und Algen aus dem Teich, was sich aber sehr in Grenzen hält. Nach ein paar Jahren muss das Sediment im Schwimmbereich sicher entfernt werden, soweit sind wir aber noch nicht. Ab und zu gehen wir mit dem Kescher durch, da geht dann auch so manches weg. Der Schwimmbereich ist ca. 1,40 m tief. Je größer der Teich, desto eher ist er im Gleichgewicht.
      Viele Grüße Martina

  3. Markus Krems sagt:

    Sehr gelungen.

    Wurde die Folie verschweißt, oder gibt es diese komplett zu kaufen?
    Ist das Wasser immer gut hautverträglich?
    Habt ihr viele Probleme mit Stechmücken etc.?

    Grüße,
    Markus

    • Dankeschön! Die Folie ist nicht verschweißt. Ich habe sie in der richtigen Größe bekommen. Das Wasser passt für uns wunderbar. Stechmücken haben wir sogar fast weniger als vorher: mit dem Teich kamen nämlich auch sofort die Freßfeine wie Libellen und Wasserläufer.

  4. Maria sagt:

    Herrlich geschrieben, tolle Ideen und einfach lebensecht. Dieser Bericht hat mir sehr gut gefallen, mich zum Schmunzeln gebracht und Mut gegeben es auch zu wagen. Herzlichen Dank und weiter viel Freude mit dem Teich!

  5. Dirk Gaarmann sagt:

    Hallo,
    der Teich ist sehr schön!
    Wir planen einen Teich in ähnlicher Bauart und würden gerne wissen, wie Sie den Holzrahmen erstellt haben.
    Mit Holzdübeln verbunden oder mit Edelstahl-Gewindestangen oder andere Lösung?
    Und wie haben Sie den Rahmen verankert, damit er nicht aufschwimmt?
    Für eine Antwort wären wir sehr dankbar.

    Liebe Grüße
    Familie Gaarmann

  6. Mirja Seidler sagt:

    Hallo,
    ein sehr inspirierendes Projekt.
    Haben Sie ein riesiges Rechteck Folie verwendet und mit Falten verlegt oder haben Sie sie passgenau verklebt?
    Würden Sie jetzt nach einigen Jahren Erfahrung einzelne Dinge anders machen?
    Herzliche Grüße
    M.Seidler

  7. Steffi sagt:

    Hallo,
    Euer Teich ist wirklich toll geworden und seit einem Jahr überlegen wir auch einen Schwimmteich anzulegen. Das Loch ist gebuddelt, die Plane, Vlies, Holz, Schrauben und der Kies so wie Pflanzen und Wasser aus unserem alten Teich stehen bereit und dann stolpert man beim schlau lesen über Begriffe wie Kapillarsperre erster Gedanke… Das hört sich teuer an habt ihr an eine Kapillarsperre/Saugsperre an eurem Teich gedacht? Oder wie lasst ihr die Folie enden? Einfach in den Kies oder doch erhöht? Verliert der Teich Wasser? Wenn ja, viel oder reicht der wenige Regen um den Wasserspiegel zu halten fragen über Fragen… LG Steffi

  8. Melanie sagt:

    Hallo Martina,

    Euer Teich ist wunderschön geworden. Wir haben uns ein Angebot bei einem Teichbauer machen lassen, der wollte 750 EUR pro qm. Nun wollen wir ihn lieber selber bauen und haben durch Deinen Blog neuen Mut bekommen. Was habt ihr für einSubstrat verwendet? Euren eigenen Unterboden?

    Viele Grüße
    Melanie

    • Liebe Melanie,
      Auf die Teichfolie haben wir die Steine verwendet, die beim Ausheben aufgetaucht sind. Ich würde jetzt eher Kies verwenden oder die unterste Lage des Teichaushubs (sehr nährstoffarm), da mit mehr Feinanteilen, die Pflanzen besser wurzeln können. LG Martina

  9. Liebe Steffi,
    eine extra Kapillarsperre haben wir nicht. Es genügt völlig die Teichplane hoch genug zu verlegen und an einer Stelle einen geplanten Überlauf zu machen. Wir achten darauf, dass keine Pflanzen von außen ans Wasser wachsen und so den Teich „leertrinken“ 🙂
    Liebe Grüße Martina

    • Stefanie Weil-Humborg sagt:

      Euer Teich war eine super Inspiration nach dem wir unseren Teich dann schließlich auch geplant und gebaut haben. Es ist herrlich darin zu schwimmen und dran zu sitzen. Danke das ihr euren Teichbaum in Eigenregie für alle gut nachvollziehbar gezeigt habt. Ich hätte mich ohne auf euren treat zu stoßen sicher nicht getraut einfach selber einen Schwimmteich zu bauen und mich selber schlau zu lesen. Ich wünsche euch noch viel Spaß, tolle Tage im und am Teich und sage Danke für den Anstoß..

      LG Steffi

  10. Jo K sagt:

    Herzlichen Glückwunsch. Der Pool sieht traumhaft aus. Ich habe eine Frage zu Ihrem Satz „Dazu klappen wir mehrmals die Folie und das Vlies nach innen und wieder nach außen.“ Wie genau kann man das verstehen?

    Habt ihr aussen (also ausserhalb des Vlieses) mit Erde verfüllt so dass direkt ausserhalb des Holzrahmens quasi kein Wasser ist sondern Folie, Vlies, Erde und erst im oberen Viertel des Holzkastens der Teich breiter wird?
    Wie tief ist der Teich im Naturbereich (ausserhalb des Schwimmbereiches) von cm bis cm?

  11. Nicole sagt:

    Danke für so viel Inspiration! Auch wir haben uns dan das Experiment gewagt…und sind tatsächlich fast fertig. Mit ganz viel Energie und „Manneskraft“! Ich bin gespannt, wie unser Teich wird, wenn es fertig ist und wie er sich im Laufe der Zeit verändert…Kies wird noch verteilt, Pflanzen eingesetzt und dann Wasser marsch…

  12. Benno Günther-Pflüger sagt:

    Ich finde den Teich wirklich wunderschön. Wie viel Grundfläche habt ihr mit Rand und allem drum und dran gebraucht?

  13. Julia sagt:

    Auch von mir ein dickes Lob – sieht echt klasse aus!
    Meine Frage ist: Wenn man von außen Kies bis an den Rahmen füllt, fällt dieser dann nicht durch die Spalten in den Schwimmbereich oder sind die Kieselsteine einfach groß genug, dass sie nicht hineinfallen?
    Vielen Dank

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