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Gartenrundgang im Juni und Juli

Willkommen

… zu einem Gartenrundgang im Juni und Juli.

Gleich am Gartentor leuchtet pinkfarben die Stockrose. Gut so – dann fällt nicht so auf, dass das Vogel-Futterhäuschen gerade etwas windschief da steht und der hölzerne Torbogen ziemlich morsch ist.

Ihn zu ersetzten habe ich lange vor mir hergeschoben – sehr zur Freude der Blauen Holzbiene.

Groß wie eine Hummel brummt die größte heimische Wildbienenart durch den Garten auf Futtersuche an Akelei und Spanischem Ginster.

Wo legt sie wohl ihre Eier ab? Genau – haha – in meinem morschen Torbogen (dessen Gartentürl jetzt vorerst keiner benutzen darf!) Von meinem Freundentanz gibt’s keine Bilder 😉 Bis zu 30 cm lange Gänge nagt sie ins Holz, da fliegen nur so die Späne. Nur deshalb habe ich sie auch entdeckt. Dort legt sie dann eins nach dem anderen die Eier mit Pollen in Nistzellen ab. Wobei das erste Ei am meisten Pollen bekommt und das letzte gar keine. Die erste geschlüpfte Biene hat somit genug Futter bis die als letzte geschlüpfte den Weg für alle anderen frei macht.

Totholz habe ich vieles im Garten verteilt. Ich finde es sehr dekorativ und ziemlich schnell wird es auch bezogen. Baumstämme, eine alte Wurzel, dicker und dünner Astschnitt – stehend, liegend, oder vergraben – Mieter finden sich zuhauf. Wildbienen bohren sich Brutröhren, Hornissen und Wespen holen sich Baumaterial, Käfer finden Lebensraum. Und gerne schaut auch der Specht vorbei und holt sich sein Futter.

Eine meiner absoluten Lieblinge im Garten ist die Wilde Karde. Als zweijährige Pflanze bildet sie im ersten Jahr eine Blattrosette, aus der im zweiten Jahr die Blüten treiben. Bis über zwei Meter kann sie groß werden, mit vielen Blüten (an einer Pflanze haben wir letzten Sommer über 20 Blütenköpfe gezählt).

Wilde Karde

Die Hummeln lieben sie so sehr, dass sie auch an ihrer Unterseite schlafen oder Schutz vor Regen suchen. Auf meiner Foto-Tour entdeckte ich einen schlafenden Pinselkäfer, den Kopf in den Blüten vergraben.
Im Winter kommen dann die Distelfinken und picken die Samen aus den vertrockneten Blütenständen.

Deko-Elemente dürfen natürlich nicht fehlen. Sie lenken den Blick und sind ein Farbklecks auch wenn gerade nichts blüht.

Gerade wenn es heiß ist – Sukkulenten wie die Hauswurz halten das problemlos aus.

Die Nachtkerze blüht erst in der Abenddämmerung auf. Ihre Gäste sind hauptsächlich die Nachtfalter. Halten die Blüten bis zum Morgen durch, freuen sich auch die Wildbienen darüber.
Die Mangoldblätter leuchten ebenfalls bunt im Gegenlicht. Dekorativ und lecker.

Der Kleine Wiesenknopf hat erst bei näherem Hinschauen eine spektakuläre Blüte – allerdings ist er sehr beliebt bei Biene und Co.

Lavendel bringt Duft und Farbe ins Beet. An einem sonnigen und nährstoffarmen Platz (sandig oder kiesig) blüht er lange und versamt sich sogar.

Immer wieder freue ich mich an tollen Farbkombis wie Jungfer im Grünen und blühender Schnittlauch (Blau + violett)… Lavendel, rosa Rose und gelbes Johanniskraut.

Eine wundervolle Erfahrung ist es die Blütenfarben als Malfarbe zu nutzen. Rose, Storchschnabel, Lavendel… Kreativität pur!

An der Terrasse reifen die Weintrauben – süß werden sie erst im Herbst sein.

Von Frühblühern wie Akelei, Jungfer im Grünen und Mohnblume können bereits die Samen für nächstes Jahr gesammelt werden. Oder man lässt sie einfach selbst aussäen und freut sich wo im Garten sie unerwartet wieder auftauchen.

Doch noch ist Sommer und der beste Platz ist immer noch unterm schattigen Apfelbaum.

Liebe Grüße
Martina

Kompost – Checkliste: Wie du es dir einfach machst

Kompost – das „schwarze Gold“
Einer der berühmtesten Reichen ist: Onkel Dagobert.
Wie macht er das?
Er sammelt jeden noch so kleinen Kreuzer in seinem riesigen Geldspeicher.
Er investiert sein Geld gut.
Er nimmt sämtliche Schwierigkeiten auf sich, seinen Goldschatz zu vergrößern.

Was können wir von Ihm lernen?
Wie Onkel Dagobert sammeln wir alle organischen Gartenabfälle für unseren Kompost.
Wir geben die Komposterde an unsere Pflanzen, damit sie gut wachsen.
Doch diesen Fehler machen wir nicht:
Wir nehmen nicht sämtliche Schwierigkeiten auf uns. Wir machen es uns einfach.

Ich zeige dir wie:

Bodenkontakt

Ich empfehle zwei Komposter. Einer wird befüllt, der andere rottet vor sich hin.
Sie sollten unbedingt direkt auf der Erde stehen. Regenwürmer und andere Bodenlebewesen brauchen Zugang zum Kompost. Sie machen die Hauptarbeit und wandeln die Pflanzenabfälle in Humus um.
Wie das genau geht kannst du hier nachlesen: Prozess


In einem Teelöffel Kompost sind Millionen von Mikroorganismen


Wohin? Schattig und praktisch gelegen

Am besten verrottet der Kompost, wenn es immer schön feucht ist. Also an einer schattigen Stelle. Wird es im Sommer arg heiß und trocken, darf der Kompost auch ruhig einmal gegossen werden. Angeblich reift der Kompost besonders schnell, wenn er unter einem Holunderbaum steht. Habe ich gemacht und ich kann jetzt nichts gegenteiliges behaupten. Kompost und auch Holunder gedeihen prächtig nebeneinander.

Kopmoster unter Holunder

Der Weg von Küche zu Kompost sollte nicht zu lang und umständlich sein. Geht man diesen Weg ja durchaus täglich. Nicht nur das Befüllen, auch das Umsetzen und Entleeren benötigt Platz. Plane also genügend Raum ein, um auch mit dem Schubkarren gut hinzukommen.

Richtig schichten

Beginne mit Sachen wie Zweige oder Holzhäcksel. Am besten schichtet man abwechselnd feines und grobes Material luftig auf. Ich habe immer einen Asthaufen neben dem Kompost liegen, so dass ich diese zu den feinen Gartenabfällen zugeben kann. Ich achte einfach darauf, dass die einzelnen Schichten nicht zu dick werden
Eine zu dicke Schicht feines Material, z.B. Rasenschnitt, kann zu faulen anfangen. Schichtet man zu viel grobes Material auf, z.B. Äste vom Baumschnitt, fängt es gar nicht an zu verrotten oder nur sehr langsam.
Wenn so etwas passiert, dann vermischt man einfach die Schichten nachträglich miteinander.

Was darf drauf?

Ungekochte Gemüseabfälle aus der Küche, Pflanzenabfälle aus dem Garten und Laub. Zweige sollten zerkleinert werden, dann verrotten sie um so schneller. Rasenschnitt darf nicht zu dick aufgetragen werden, sonst fault er oder erhitzt sich stark.


Tipp: Ich verwende Rasenschnitt auch als Mulchschicht zwischen Gemüse und unter Beerensträucher. Dann trocknet der Boden nicht aus, es muss weniger gegossen werden und Wildkräuter haben es schwerer dort zu wachsen. Das nennt sich Flächenkompostierung oder Mulchen.


Unkraut-Samen sollte man tunlichst nicht auf den Kompost geben. Ich ignoriere das standhaft und finde dann natürlich überall meine geliebten und auch ungeliebten Wildkräuter im Garten wieder. Allerdings glaube ich, dass sie sich sowieso verbreiten würden. Deshalb ignoriere ich weiter.


Tipp: Lästige Wurzeln von Quecke, Winde, etc. lässt man am besten vorher trocknen. So wachsen sie auf dem Kompost nicht munter weiter.


Geliebter Löwenzahn 🙂

Kompost umsetzen

Ich setze den Kompost einmal im Jahr im Frühjahr um. Ich löse den fertig verrotteten Kompost, der nach Walderde duftet, komplett auf.
Unverrottetes, das sich leicht aussortieren lässt, gebe ich wieder auf den zweiten Komposter. Der ab jetzt ruhen darf. Der abgeräumte Komposter darf nun wieder über den Sommer neu gefüllt werden.
Und ja, auch im Winter gebe ich Apfelbutzen und Co. auf den Kompost. Es verrottet zwar in dieser Zeit nichts, doch die Amseln freuen sich sehr über dieses Futter.
Ich siebe die Kompost-Erde nicht, weil mich die gröberen Stücke nicht stören. Wer mag, kann natürlich sieben.

Verwendung

Die nahrhafte Kompost-Erde wird auf Gemüsebeete, unter Beerensträucher und Apfelbäume verteilt. Dort wo viel Energie für neues und kräftiges Wachstum gebraucht wird.


Tipp: Eine Schaufel voll Kompost-Erde in einem Eimer Wasser aufgelöst ergibt einen prima Flüssigdünger.


So geht’s noch schneller und besser ODER Das ist mir zu aufwändig und ich mache es nicht

  • Mehrmals im Jahr umsetzen: Der Kompost kann auch schon bevor er komplett fertig ist umgesetzt werden. D.h. man löst ihn wie oben beschrieben auf in fertige Erde und den Rest. Mischt diesen gut durch und setzt ihn wieder neu auf. Dann verläuft die Rotte schneller. Ich habe von Gärtnern gehört, die das alle zwei Monate machen.
  • Sieben: Wer feine Erde ohne störende Stückchen haben möchte, der siebt die fertige Komposterde. Man kann die Erde z.B. mit der Schaufel durch ein Kompost-Sieb werfen.
  • Kompost-Beschleuniger: helfen die Rotte zu verkürzen. Dazu wird das Mittel nach jeder größeren Schicht auf den Kompost gestreut.

Fazit

Auch mit wenig Aufwand bekomme ich sehr gute Kompost-Erde.

Wie Dagobert Duck in seinem Goldberg kann ich in wunderbarem Humus wühlen und an meinem nach Walderde duftenden „schwarzen Gold“ schnuppern (Mal ehrlich, das riecht bestimmt besser als Dagoberts Gold-Taler).

Kompost - das schwarze Gold

Hast du schon einen Kompost? Was sind Deine Tipps für einen tollen Humus? Schreibe gerne in die Kommentare.

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Liebe Grüße
Martina

Pflanzenschnitt – die einfache Anleitung

Endlich Frühling! – Hast Du Deinen Garten schon aufgeräumt und mit dem Pflanzenschnitt begonnen?
Noch nicht???
Sehr gut!!!

Sehr gut? Ja genau. Des Deutschen Gründlichkeit ist hier fehl am Platz.
Warum? Mittags räkeln sich Mensch und Feuerwanze in der prallen Sonne.
Verschwindet sie am Horizont kuscheln wir uns unter Laub- und Sofadecken.
Willst Du Deine Sofadecke jetzt hergeben? Oder gar dein ganzes Sofa nebst Bett und Winterdecke? Nein? Genauso geht’s den Krabblern draußen in der Frühlings-Frostnacht.

Feuerwanzen beim Sonnenbaden

Obwohl Schneeglöckchen und Haselblüte den Vorfrühling ankündigen ist’s nachts noch eisig kalt. Schere und Rechen dürfen noch im Schuppen bleiben. Warte also bitte noch mit dem Pflanzenschnitt.

Ja, wann darf ich denn dann?

Aufräumen? Am besten erst, wenn die Forsythie blüht. Dann drohen keine Nachtfröste mehr.
Und schneiden? Das kommt drauf an…

Muss ich denn?

Willst Du…

  • eine kompakte Hecke, solltest du die Heckensträucher mehrmals im Jahr schneiden.
  • Obst, dann solltest Du die Obstbäume regelmäßig schneiden, denn sie tragen am Besten an jungen Trieben.
  • dichte Büsche, dann solltest Du sie regelmäßig verjüngen, damit sie nicht von unten her verkahlen.
  • üppige Blütenpracht, dann hilfst Du den Pflanzen mit einem Rückschnitt.

Wann?…

… es kommt drauf an welche Pflanze.

Vorfrühling (Blüte Schneeglöckchen)

Der Pflanzenschnitt an Apfel-, Birnbäumen und Weinreben kannst Du ab Beginn der Schneeglöckchen-Blüte bis zum Beginn der Forsythien-Blüte durchführen.
Das Wetter sollte trocken sein, am besten bedeckt und nicht eisig kalt. Der Baum soll sich ja gut vom Schnitt erholen und nicht unnötig gestresst werden.
Empfindliche Obstbäume wie Pfirsich, Kirsche, Zwetschge werden jetzt in Ruhe gelassen. Sie bekommen einen Sommerschnitt nach der Ernte.

Erstfrühling (Blüte Forsythie)

Wenn die Forsythie beginnt zu blühen werden

  • verblühte Pflanzenstängel von mehrjährige Stauden, wie z.B. Oregano, Johanniskraut, Fetthenne, Zitronenmelisse und Herbstaster, entfernt.
  • Sträucher, wie Kornelkirsche, Felsenbirne, Flieder, Weigelie, Forsythie, Schneeball ausgelichtet und zurückgeschnitten.
  • Ebenso Beerensträucher, wie rote Johannisbeere und Stachelbeere, Himbeeren und Brombeeren.
  • Empfindliche Pflanzen, wie Rosen, Lavendel, Salbei, Sommerflieder, Hortensie freuen sich auch, wenn bis jetzt gewartet wird.
Über den Sommer

Entferne hin und wieder Verblühtes, damit die Pflanze kräftig neue Blüten bilden kann, z.B. verwelkte Rosenblüten

Herbst

Im Herbst braucht es keinen Pflanzenschnitt. Am besten lässt Du vertrocknete Blütenstängel und Samenstände stehen und Laub im Beet liegen.
Viele Insekten überwintern in den verschiedensten Entwicklungsstufen (als Ei, verpuppt, als Raupe oder in Kältestarre) versteckt an Blütenstängeln oder im trockenen Laub.

Gräser kannst Du zusammenbinden, damit sie nicht durch Schnee auseinandergedrückt werden.

Samen, von z.B. wilder Karde, Nachtkerze, Sonnenblume,… sind tolles Vogelfutter und geben dem Garten so im Winter Struktur.
Ist alles bereits im Herbst abgeschnitten wirkt der Garten öde und leer.

Fetthenne mit Schneehütchen 🙂

Von der Wiese sollte das Laub entfernt werden, damit das Gras nicht leidet. Du kannst es auf den Komposthaufen geben oder auf Staudenbeete, unter Beerenbüsche und Obstbäume verteilen. Dort dient es als Kälteschutz für Tier und Pflanze und wird nach und nach zu feinem Humus zersetzt.

Wie wird denn geschnitten?

Pflanzenschnitt für die häufigsten Blumen und Sträucher im Garten.

Sträucher, wie z.B. Kornelkirsche, Felsenbirne, Flieder, Weigelie, Forsythie, Schneeball,..

Gerade bei Blüh-Sträuchern sieht man oft den „Hausmeisterschnitt“: Mit der Heckenschere einmal außen rum und gut. Bei Buchs und Hecken ist das wunderbar. Nur bei freiwachsenden Sträuchern erreicht man damit nur, dass die Büsche von unten her verkahlen. An den Schnittstellen treiben die Äste neu und kräftig aus. Im Strauchinneren fehlt dadurch das Sonnenlicht und das Wachstum wird dort gehemmt.

Ein besserer Pflanzenschnitt ist alle paar Jahre ein Auslichten des Strauchs. Auch wenn er zu groß wird, sollten Äste gezielt entfernt und nicht nur gekürzt werden.
Blüht oder treibt ein Ast nicht mehr gut aus, ist er schon zu alt. Er wird komplett entfernt. Dafür wachsen neue junge Triebe nach.

Tipp: Massive Eingriffe und Rodungen sind nur von November bis Ende Februar erlaubt. Der Pflegeschnitt darf auch von März bis Oktober erfolgen. Trotzdem sollte hier gerade beim Heckenschnitt auf nistende Vögel geachtet werden.

Sommerflieder

Sommerflieder wird im Frühling kräftig um die Hälfte und mindestens auf 1 m zurückgeschnitten. Überalterte Triebe können ganz entfernt werden. So wächst er kräftig und blüht schön, ist allerdings bis zum Frühsommer wenig attraktiv.

Johannisbeere und Stachelbeere

Ältere vierjährige Triebe werden komplett abgeschnitten und dafür junge Triebe stehengelassen. insgesamt ca. 10 bis 12 Bodentriebe. Für einen lockeren Wuchs werden an Zwei bis dreijährige Triebe zu dicht stehende Seitentriebe entfernt.

Himbeere

Alte Himbeerruten, die im letzten Sommer Früchte hatten werden komplett entfernt.

Brombeere

Bei Brombeeren werden die Langtriebe, die im letzten Jahr getragen haben, entfernt. Von den neu nachgewachsenen kann je nach Platz ein oder zwei Triebe stehengelassen werden. Die Seitentriebe der langen Ruten, werden auf drei Knospen zurückgeschnitten.

Lavendel

Der duftende Halbstrauch wird am besten zwei mal im Jahr geschnitten. Im Sommer nach der Blüte werden die abgeblühten Stiele bis zu den ersten Blättern gekürzt. Nicht mehr, denn die mediterrane Pflanze benötigt ihre Blätter für den Kälteschutz im Winter.

Tipp: Lavendel blüht an geschützter Stelle bis spät in den Herbst – hier lasse ich die Stängel als Winterschmuck stehen.

Der Hauptschnitt erfolgt im Frühjahr – ab März, wenn die Forsythie blüht. Dann wird der Lavendel in halbkugeliger Form auf etwa ein Drittel zurückgeschnitten.
Warum? Schneidet man den Lavendel nicht, verkahlt er von unten her und sieht ziemlich zerrupft aus.

Schnitt am Lavendel
Salbei

Salbeistauden, die ich für Tee verwende schneide ich im Frühjahr kräftig zurück. Ich schneide die Stängel fast komplett bis zu den ersten Knospen am Ansatz weg. Dann treibt der Salbei wieder kräftig aus und verholzt wenig.

Tipp: Für blühenden Salbei schneide ich nur im Spätsommer das Verblühte weg. Ansonsten gar nicht.

Mehrjährige Stauden, wie z.B. Oregano, Johanniskraut, Fetthenne, Zitronenmelisse, Herbstaster

Im Frühling sind bereits gut die neuen Blätter am Boden zu sehen. Die verblühten Stengel können nun bodennah abgeschnitten werden, ohne die neuen Triebe zu verletzen.

Tipp: Bei meinen hohen Herbstastern kürze ich im Juni die äußeren Stängel um ca. die Hälfte. Dann verdecken diese die kahlen, im Herbst unansehnlich werdenden langen, inneren Triebe und verhindern das Auseinanderfallen der Staude.

Bauernhortensie

Im Frühling sieht man die dicken neuen Blütenknospen sehr gut. Direkt oberhalb wird die alte Blüte und Stängel entfernt. Vergreiste Triebe, die kaum noch blühen, werden am Boden entfernt.

Rosen
Einmal blühende Rosen (Hagebutte)

Verblühte Triebe nur entfernen, wenn ein Verjüngungsschnitt notwendig ist, d.h. die Triebe im Weg sind.Meistens treiben diese Rosen durch Schnitt auch umso stärker wieder aus.

Öfterblühende Rosen

Über den Sommer regelmäßig Verblühtes entfernen, dadurch hat die Pflanze mehr Kraft für die nächsten Blüten. Hier schneidet man bis zum ersten 5er-Blatt. Ein starker Rückschnitt erfolgt im Frühling. Sehr alte Rosen, die nicht mehr gut wachsen, können auf 3 bis 5 Knospen zurückgeschnitten werden.

Kletterrosen

Hier schneidet man im Frühling die kleinen Seitenäste der langen Triebe auf 2 Knospen zurück. Alte Triebe (ca. 7 Jahre) entfernt man komplett.

Tipp: Du bist Die unsicher, ob Deine Pflanze überhaupt noch lebt? Kratze mit dem Fingernagel an der Rinde, kommt es grün zum Vorschein, lebt der Ast noch.

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Liebe Grüße
Martina

Jahres-Gartenkalender 2021

Jahres-Gartenkalender zum Downloaden

Heute habe ich den ersten Frühlingsboten in meinem Garten entdeckt. Witziger Weise als ich die Weihnachts-Tannenzweige zum Kompostplatz gebracht habe, erblickte ich auf dem Rückweg pink, leuchtend das erste Alpenveilchen.

Da wird bei mir immer die im Winter schlummernde Gartenlust geweckt. Am liebsten würde ich sofort was Neues anpflanzen, Gemüsesamen kaufen und anfangen Verblühtes abzuschneiden.

Doch Halt! – so schnell geht es nicht. Das ist ja auch wieder das Schöne am Naturgarten, dass man als Gärtner sich auch möglichst dem Rhythmus der Natur anpasst. Winterzeit bedeutet Vorbereitung auf das kommende Gartenjahr: Die Natur arbeitet im Verborgenen: Zwiebeln warten auf den Moment zum Austreiben, Knospen werden immer dicker, …

Als Gärtner habe ich nun genug Zeit für die Gartenplanung.
Am Anfang aller Aktivitäten im Garten sollte nämlich ein wenigstens etwas durchdachter Plan stehen:

  • Wo und was will ich denn anpflanzen?
  • Und wann geht das?
  • Welches Gemüse will ich denn überhaupt anbauen?
  • Und wann ist der beste Zeitpunkt für den Rückschnitt der einzelnen Pflanzen?

So habe ich mir für euch heuer einen Jahres-Garten-Kalender erstellt. Als Basis dafür dient der Phänologische Kalender (darüber habe ich schon hier ausführlich berichtet), nach dem ich mich immer sehr gerne richte.
Zu jeder Jahreszeit sind die wichtigsten Gartenarbeiten notiert. Dazu ist Platz für eigene Beobachtungen, Pflanzen-Wünsche und sonstige Notizen.

Ausgedruckt auf DIN A3 und aufgehängt, sollte der Planung nichts mehr im Wege stehen.
Ich notiere mir gerne Beobachtungen, wie z.B. wann die Kröten im Frühling an den Teich kommen, Besonderheiten, wie die Sichtung eines Eisvogels,… Aufgehoben ergeben die Jahres-Kalender, dann so etwas wie ein Garten-Tagebuch.
Hier kannst Du Dir den Kalender herunterladen.

Mal sehen, was das neue Gartenjahr so bringt. Ich werde euch auf alle Fälle mit neuen Ideen, Beispielen und Inspirationen aus meinem Garten auf dem Laufenden halten.

Ich möchte dazu beitragen, dass Du gut durch den Dschungel an Informationen, die es zum Thema Gartengestaltung und Naturgarten gibt, kommst und viel Spaß und Freude an Deinem Garten hast.
Wenn Du dazu Fragen und Anregungen hast, schreibe mir gerne.

Ich wünsche Dir einen guten Start ins neue Gartenjahr

Martina

Jetzt im Herbst für Frühling sorgen

Im Herbst, wenn die Tage kürzer werden und das Gartenjahr sich dem Ende zuneigt, können wir dennoch etwas für den bunten Frühling tun. Gerade plumpsen die reifen Kastanien vom Baum und zeigen uns, es ist Vollherbst (Phänologischer Kalender!). Und das ist gerade die richtige Zeit, um Blumenzwiebeln zu setzen.

Viele Frühlingsblüher sind Zwiebelpflanzen und jetzt im Herbst gesteckt blühen sie im nächsten Frühling. Wundervoll, wenn es dann im tristen Braun und Grau bunt hervor blitzt.

Toll ist es auch hier wieder auf heimische oder zumindest insektenfreundliche Sorten zu achten. Geeignet wären da z.B. Schneeglöckchen, Elfenkrokus, Traubenhyazinthe, Wildtulpe. Der Vorteil dieser Sorten ist ihre Langlebigkeit und Vermehrfreudigkeit. Ich bin ein großer Fan alter Gärten, die im Frühjahr ein Meer aus Schneeglöckchen und Elfenkrokus sind.

Wo ist ein geeigneter Platz?

Damit Schneeglöckchen, Narzissen und Co lange Jahre schön und kräftig wachsen, sollte das verwelkte Laub so lange an der Pflanze gelassen werden bis es vertrocknet ist. So kann die Pflanze die Kraft für die nächste Saison in der Zwiebel speichern.

Damit unser menschliches, Ordnung gewöhntes Auge damit klar kommt (o.k. der Mensch, dem Auge dürfte das herzlich egal sein 😉 ) setzt man die Zwiebeln der Frühblüher am besten zwischen andere Pflanzen im Blumenbeet, im Blumenkasten oder in eine Blumenwiese. So wird das welke Laub von den im Laufe des Frühjahrs größer werdenden Sommerblühern verdeckt. Vom Gärtner vergessen kann es in Ruhe vor sich hinwelken und zu Humus werden.

Da wir schlauerweise nur frostfeste Zwiebelblumen gesetzt haben, müssen wir uns auch nicht mehr erinnern. Umso schöner ist die Überraschung im Frühjahr. Ich vergesse grundsätzlich, wo ich meine Lieblinge eingesetzt habe und freu mich jedes Frühjahr aufs neue.

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Und so kann dann zum Beispiel die Pflanz-Anordnung in einem Beet aussehen:

Übrigens nicht nur Zwiebelpflanzen, sondern generell alle frostfesten Pflanzen können, solange der Boden noch nicht gefroren ist, gepflanzt werden. Je länger diese jedoch Zeit haben vor dem Winter anzuwachsen, desto besser überstehen sie die kalte Jahreszeit.