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Pflanzenschnitt – die einfache Anleitung

Endlich Frühling! – Hast Du Deinen Garten schon aufgeräumt und mit dem Pflanzenschnitt begonnen?
Noch nicht???
Sehr gut!!!

Sehr gut? Ja genau. Des Deutschen Gründlichkeit ist hier fehl am Platz.
Warum? Mittags räkeln sich Mensch und Feuerwanze in der prallen Sonne.
Verschwindet sie am Horizont kuscheln wir uns unter Laub- und Sofadecken.
Willst Du Deine Sofadecke jetzt hergeben? Oder gar dein ganzes Sofa nebst Bett und Winterdecke? Nein? Genauso geht’s den Krabblern draußen in der Frühlings-Frostnacht.

Feuerwanzen beim Sonnenbaden

Obwohl Schneeglöckchen und Haselblüte den Vorfrühling ankündigen ist’s nachts noch eisig kalt. Schere und Rechen dürfen noch im Schuppen bleiben. Warte also bitte noch mit dem Pflanzenschnitt.

Ja, wann darf ich denn dann?

Aufräumen? Am besten erst, wenn die Forsythie blüht. Dann drohen keine Nachtfröste mehr.
Und schneiden? Das kommt drauf an…

Muss ich denn?

Willst Du…

  • eine kompakte Hecke, solltest du die Heckensträucher mehrmals im Jahr schneiden.
  • Obst, dann solltest Du die Obstbäume regelmäßig schneiden, denn sie tragen am Besten an jungen Trieben.
  • dichte Büsche, dann solltest Du sie regelmäßig verjüngen, damit sie nicht von unten her verkahlen.
  • üppige Blütenpracht, dann hilfst Du den Pflanzen mit einem Rückschnitt.

Wann?…

… es kommt drauf an welche Pflanze.

Vorfrühling (Blüte Schneeglöckchen)

Der Pflanzenschnitt an Apfel-, Birnbäumen und Weinreben kannst Du ab Beginn der Schneeglöckchen-Blüte bis zum Beginn der Forsythien-Blüte durchführen.
Das Wetter sollte trocken sein, am besten bedeckt und nicht eisig kalt. Der Baum soll sich ja gut vom Schnitt erholen und nicht unnötig gestresst werden.
Empfindliche Obstbäume wie Pfirsich, Kirsche, Zwetschge werden jetzt in Ruhe gelassen. Sie bekommen einen Sommerschnitt nach der Ernte.

Erstfrühling (Blüte Forsythie)

Wenn die Forsythie beginnt zu blühen werden

  • verblühte Pflanzenstängel von mehrjährige Stauden, wie z.B. Oregano, Johanniskraut, Fetthenne, Zitronenmelisse und Herbstaster, entfernt.
  • Sträucher, wie Kornelkirsche, Felsenbirne, Flieder, Weigelie, Forsythie, Schneeball ausgelichtet und zurückgeschnitten.
  • Ebenso Beerensträucher, wie rote Johannisbeere und Stachelbeere, Himbeeren und Brombeeren.
  • Empfindliche Pflanzen, wie Rosen, Lavendel, Salbei, Sommerflieder, Hortensie freuen sich auch, wenn bis jetzt gewartet wird.
Über den Sommer

Entferne hin und wieder Verblühtes, damit die Pflanze kräftig neue Blüten bilden kann, z.B. verwelkte Rosenblüten

Herbst

Im Herbst braucht es keinen Pflanzenschnitt. Am besten lässt Du vertrocknete Blütenstängel und Samenstände stehen und Laub im Beet liegen.
Viele Insekten überwintern in den verschiedensten Entwicklungsstufen (als Ei, verpuppt, als Raupe oder in Kältestarre) versteckt an Blütenstängeln oder im trockenen Laub.

Gräser kannst Du zusammenbinden, damit sie nicht durch Schnee auseinandergedrückt werden.

Samen, von z.B. wilder Karde, Nachtkerze, Sonnenblume,… sind tolles Vogelfutter und geben dem Garten so im Winter Struktur.
Ist alles bereits im Herbst abgeschnitten wirkt der Garten öde und leer.

Fetthenne mit Schneehütchen 🙂

Von der Wiese sollte das Laub entfernt werden, damit das Gras nicht leidet. Du kannst es auf den Komposthaufen geben oder auf Staudenbeete, unter Beerenbüsche und Obstbäume verteilen. Dort dient es als Kälteschutz für Tier und Pflanze und wird nach und nach zu feinem Humus zersetzt.

Wie wird denn geschnitten?

Pflanzenschnitt für die häufigsten Blumen und Sträucher im Garten.

Sträucher, wie z.B. Kornelkirsche, Felsenbirne, Flieder, Weigelie, Forsythie, Schneeball,..

Gerade bei Blüh-Sträuchern sieht man oft den „Hausmeisterschnitt“: Mit der Heckenschere einmal außen rum und gut. Bei Buchs und Hecken ist das wunderbar. Nur bei freiwachsenden Sträuchern erreicht man damit nur, dass die Büsche von unten her verkahlen. An den Schnittstellen treiben die Äste neu und kräftig aus. Im Strauchinneren fehlt dadurch das Sonnenlicht und das Wachstum wird dort gehemmt.

Ein besserer Pflanzenschnitt ist alle paar Jahre ein Auslichten des Strauchs. Auch wenn er zu groß wird, sollten Äste gezielt entfernt und nicht nur gekürzt werden.
Blüht oder treibt ein Ast nicht mehr gut aus, ist er schon zu alt. Er wird komplett entfernt. Dafür wachsen neue junge Triebe nach.

Tipp: Massive Eingriffe und Rodungen sind nur von November bis Ende Februar erlaubt. Der Pflegeschnitt darf auch von März bis Oktober erfolgen. Trotzdem sollte hier gerade beim Heckenschnitt auf nistende Vögel geachtet werden.

Sommerflieder

Sommerflieder wird im Frühling kräftig um die Hälfte und mindestens auf 1 m zurückgeschnitten. Überalterte Triebe können ganz entfernt werden. So wächst er kräftig und blüht schön, ist allerdings bis zum Frühsommer wenig attraktiv.

Johannisbeere und Stachelbeere

Ältere vierjährige Triebe werden komplett abgeschnitten und dafür junge Triebe stehengelassen. insgesamt ca. 10 bis 12 Bodentriebe. Für einen lockeren Wuchs werden an Zwei bis dreijährige Triebe zu dicht stehende Seitentriebe entfernt.

Himbeere

Alte Himbeerruten, die im letzten Sommer Früchte hatten werden komplett entfernt.

Brombeere

Bei Brombeeren werden die Langtriebe, die im letzten Jahr getragen haben, entfernt. Von den neu nachgewachsenen kann je nach Platz ein oder zwei Triebe stehengelassen werden. Die Seitentriebe der langen Ruten, werden auf drei Knospen zurückgeschnitten.

Lavendel

Der duftende Halbstrauch wird am besten zwei mal im Jahr geschnitten. Im Sommer nach der Blüte werden die abgeblühten Stiele bis zu den ersten Blättern gekürzt. Nicht mehr, denn die mediterrane Pflanze benötigt ihre Blätter für den Kälteschutz im Winter.

Tipp: Lavendel blüht an geschützter Stelle bis spät in den Herbst – hier lasse ich die Stängel als Winterschmuck stehen.

Der Hauptschnitt erfolgt im Frühjahr – ab März, wenn die Forsythie blüht. Dann wird der Lavendel in halbkugeliger Form auf etwa ein Drittel zurückgeschnitten.
Warum? Schneidet man den Lavendel nicht, verkahlt er von unten her und sieht ziemlich zerrupft aus.

Schnitt am Lavendel
Salbei

Salbeistauden, die ich für Tee verwende schneide ich im Frühjahr kräftig zurück. Ich schneide die Stängel fast komplett bis zu den ersten Knospen am Ansatz weg. Dann treibt der Salbei wieder kräftig aus und verholzt wenig.

Tipp: Für blühenden Salbei schneide ich nur im Spätsommer das Verblühte weg. Ansonsten gar nicht.

Mehrjährige Stauden, wie z.B. Oregano, Johanniskraut, Fetthenne, Zitronenmelisse, Herbstaster

Im Frühling sind bereits gut die neuen Blätter am Boden zu sehen. Die verblühten Stengel können nun bodennah abgeschnitten werden, ohne die neuen Triebe zu verletzen.

Tipp: Bei meinen hohen Herbstastern kürze ich im Juni die äußeren Stängel um ca. die Hälfte. Dann verdecken diese die kahlen, im Herbst unansehnlich werdenden langen, inneren Triebe und verhindern das Auseinanderfallen der Staude.

Bauernhortensie

Im Frühling sieht man die dicken neuen Blütenknospen sehr gut. Direkt oberhalb wird die alte Blüte und Stängel entfernt. Vergreiste Triebe, die kaum noch blühen, werden am Boden entfernt.

Rosen
Einmal blühende Rosen (Hagebutte)

Verblühte Triebe nur entfernen, wenn ein Verjüngungsschnitt notwendig ist, d.h. die Triebe im Weg sind.Meistens treiben diese Rosen durch Schnitt auch umso stärker wieder aus.

Öfterblühende Rosen

Über den Sommer regelmäßig Verblühtes entfernen, dadurch hat die Pflanze mehr Kraft für die nächsten Blüten. Hier schneidet man bis zum ersten 5er-Blatt. Ein starker Rückschnitt erfolgt im Frühling. Sehr alte Rosen, die nicht mehr gut wachsen, können auf 3 bis 5 Knospen zurückgeschnitten werden.

Kletterrosen

Hier schneidet man im Frühling die kleinen Seitenäste der langen Triebe auf 2 Knospen zurück. Alte Triebe (ca. 7 Jahre) entfernt man komplett.

Tipp: Du bist Die unsicher, ob Deine Pflanze überhaupt noch lebt? Kratze mit dem Fingernagel an der Rinde, kommt es grün zum Vorschein, lebt der Ast noch.

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Liebe Grüße
Martina

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